Behauptung: „Die Bibel enthält erfüllte Prophezeiungen.“
Antwort: Es gibt viele Bücher und Menschen, die angeblich eingetroffene Prophezeiungen gemacht haben. Wäre das der Fall, so bedeutete es nur eines: Da hat jemand die Zukunft richtig vorhergesagt. Es würde nicht bedeuten, dass wir wüssten, woher der Prophezeiende sein Wissen hatte. Und es würde auch nicht bedeuten, dass jede andere Aussage dieses Buches/Individuums wahr ist.
Kriterien zur Überprüfung von Prophezeiungen
Wenn es um angebliche göttliche Prophezeiungen geht, sollte man zuerst sicherstellen, dass es sich bei der behaupteten Prophezeiung überhaupt um eine Vorhersage handelt. Irgendwelche Passagen aus dem alten Testament, in denen ein Ereignis geschildert wird, sind keine Vorhersagen (fragen Sie dazu einen schriftkundigen Juden).
In einem nächsten Schritt muss man sicherstellen, dass die Prophezeiung vor dem Ereignis gemacht wurde, das sie angeblich prophezeite.
Anschließend muss verifiziert werden, dass die Erfüllung der Prophezeiung als gesichert gilt und nicht erfunden werden konnte. Für die Autoren der Evangelien etwa war es kein Problem, ihre Geschichten so zu verfassen, dass sie zu den angeblichen Prophezeiungen aus dem AT passten.
Die Prophezeiung muss so spezifisch sein, dass sie nur durch ein einziges ganz spezifisches Ereignis erfüllt werden kann. Zu sagen, dass es irgendwann irgendwo einmal Naturkatastrophen und Krieg geben werde, bedarf keines göttlichen Wissens.
Sie darf nichts Alltägliches vorhersagen. Wenn ich in einer Gegend, in der Völker ständig Kriege führen, prophezeie, dass eine Stadt irgendwann einmal zerstört werden wird, ist das wahrlich nichts Göttliches.
Zudem darf eine Prophezeiung nichts vorhersagen, das Menschen hören und dann aktiv herbeiführen können. Wenn man einem Volk prophezeit, dass es irgendwann seinen eigenen Staat haben wird, und sich das dann irgendwann eines Tages erfüllt, dann ist das so spektakulär, wie wenn ich prophezeie, dass ich heute ein Steak essen werde, und mir dann im Restaurant eines bestelle.
Keine einzige biblische Prophezeiung erfüllt all diese Bedingungen.
Und zum Schluss darf ein Buch, das von einem allmächtigen, allwissenden Gott stammt, keine einzige falsche Vorhersage enthalten.
Die Bibel enthält aber mehrere davon: Zum Beispiel…
- stellten sich den Israeliten auf dem Weg ins verheißene Land Gottes Vorhersage entgegen andere Völker in den Weg,
- die Stadt Tyrus wurde wieder aufgebaut,
- Ägypten war nie 40 Jahre lang unbewohnt,
- der Nil trocknete nie aus,
- und Jesus kam nicht zu Lebzeiten seiner Jünger zurück.
Repost des Beitrages mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Alle 33 Argumente der Reihe
- #1„Es wurde nie bewiesen, dass Gott nicht existiert.“
- #2„Nur weil etwas nicht nachweisbar ist, ist es nicht inexistent.“
- #3„Atheismus ist auch nur ein Glaube.“
- #4„Man muss nicht alles beweisen – man kann nicht einmal beweisen, dass die Realität existiert.“ (Solipsismus)
- #5„An Gott muss man halt glauben.“
- #6„Glaube ist etwas ganz Alltägliches. Man kann auch nur glauben, dass einen sein Partner liebt.“
- #7„Wenn man Gott ehrlich sucht, findet man ihn auch.“
- #8„Gott kann man nicht mit dem Verstand finden, nur mit dem Herzen“
- #9„Gott übersteigt den Verstand und unterliegt nicht der Logik. Man kann diese Dinge nicht auf ihn anwenden.“
- #10„Auch an Logik, Wissen und Vernunft kann man nur glauben.“
- #11„Wahrheit ist subjektiv. Für mich gibt es Gott.“
- #12„Die fundamentalen Konstanten des Universums sind perfekt abgestimmt; wären sie nur minimal anders, wäre kein Leben möglich gewesen. Folglich muss Gott diese Konstanten so eingestellt haben.“
- #13„Die Wissenschaft kann nicht erklären, wie es zum Urknall kam und wie das Leben entstand.“
- #14„Wissenschaft und Glaube sind vereinbar.“
- #15„Die Welt ist perfekt designt, das kann kein Zufall gewesen sein. Folglich muss Gott existieren.“
- #16„Evolution und Glaube sind vereinbar.“
- #17„Sehr schlaue Menschen haben an Gott geglaubt (Einstein, Heisenberg, Newton und Co.).“
- #18„Die Mehrheit der Menschen glaubt an Gott.“
- #19„Der Glaube an Götter und das Bedürfnis nach Gott sind im Menschen angelegt.
- #20„Ich habe Gott erlebt.“
- #21„Der Glaube verändert Menschen.“
- #22„Das Christentum bietet Antworten auf die großen Fragen. Der Atheismus bietet keine.“
- #23Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.“
- #24„Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn.“
- #25„Ohne Gott gibt es keine Hoffnung.“
- #26„Religion tut Menschen gut.“
- #27„Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“
- #28„Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“
- #29„Gott ist trotz des Leides in der Welt gut, denn er ist moralisch verpflichtet, uns den freien Willen zu gewähren.“
- #30„Menschen haben eine selbstlose Moral, die der allgütige Gott ihnen ins Herz geschrieben haben muss.“
- #31„Die Bibel enthält erfüllte Prophezeiungen.“
- #32„Die Bibel sagt, es habe über 500 Zeugen für die Auferstehung gegeben.“
- #34Metapher: „Man muss die Bibel an Stelle X bildlich interpretieren.“