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Religiöse Argumente unter der Lupe · 27 von 33

Argument #27: „Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“

Veröffentlicht am , zuletzt geändert am

Behauptung: „Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“

Antwort: Wer den Gott, von dem die Bibel spricht, als gut bezeichnet – was Vorbringende dieses Arguments in aller Regel tun –, beurteilt ihn. Und ist also sehr wohl der Ansicht, dass er beurteilbar ist.

Wenn wir diese Gottesvorstellung nicht beurteilen könnten, könnten wir sie auch nicht als gut beurteilen.

Mit diesem Argument würde also nicht nur der Kritik, sondern auch der Anbetung Gottes die Grundlage entzogen.

Natürlich könnten wir diesen Gott, falls es ihn gäbe, beurteilen. Wenn es ihn gibt, dann lässt er entweder unsäglich viel Leid zu bzw. verursacht dieses bewusst. Sollte das kritisiert werden oder könnte es dafür eine entschuldigende Begründung geben?

Jede Entschuldigung, die wir bei Menschen für das Erzeugen von Leid akzeptieren, basiert auf der menschlichen Unzulänglichkeit: Wir verzeihen Menschen, weil wir wissen, dass ihr Wissen beschränkt ist. Und dass ihr Wille von unzähligen Faktoren beeinflusst wird. Und weil Menschen oft zwischen mehreren Übeln entscheiden müssen, um ein Ziel zu erreichen.

Unfug?

Für Gott gilt nichts davon. Gott ist definiert als allmächtig und allwissend. Was bedeutet, dass er zu nichts gezwungen und völlig uneingeschränkt wäre.

Es folgt also logisch, dass keine Entschuldigung für Gott möglich wäre. Und dass die christliche Gottesvorstellung auf jeden Fall ethisch kritisiert werden muss.

Repost des Beitrags mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Alle 33 Argumente der Reihe
  1. #1„Es wurde nie bewiesen, dass Gott nicht existiert.“
  2. #2„Nur weil etwas nicht nachweisbar ist, ist es nicht inexistent.“
  3. #3„Atheismus ist auch nur ein Glaube.“
  4. #4„Man muss nicht alles beweisen – man kann nicht einmal beweisen, dass die Realität existiert.“ (Solipsismus)
  5. #5„An Gott muss man halt glauben.“
  6. #6„Glaube ist etwas ganz Alltägliches. Man kann auch nur glauben, dass einen sein Partner liebt.“
  7. #7„Wenn man Gott ehrlich sucht, findet man ihn auch.“
  8. #8„Gott kann man nicht mit dem Verstand finden, nur mit dem Herzen“
  9. #9„Gott übersteigt den Verstand und unterliegt nicht der Logik. Man kann diese Dinge nicht auf ihn anwenden.“
  10. #10„Auch an Logik, Wissen und Vernunft kann man nur glauben.“
  11. #11„Wahrheit ist subjektiv. Für mich gibt es Gott.“
  12. #12„Die fundamentalen Konstanten des Universums sind perfekt abgestimmt; wären sie nur minimal anders, wäre kein Leben möglich gewesen. Folglich muss Gott diese Konstanten so eingestellt haben.“
  13. #13„Die Wissenschaft kann nicht erklären, wie es zum Urknall kam und wie das Leben entstand.“
  14. #14„Wissenschaft und Glaube sind vereinbar.“
  15. #15„Die Welt ist perfekt designt, das kann kein Zufall gewesen sein. Folglich muss Gott existieren.“
  16. #16„Evolution und Glaube sind vereinbar.“
  17. #17„Sehr schlaue Menschen haben an Gott geglaubt (Einstein, Heisenberg, Newton und Co.).“
  18. #18„Die Mehrheit der Menschen glaubt an Gott.“
  19. #19„Der Glaube an Götter und das Bedürfnis nach Gott sind im Menschen angelegt.
  20. #20„Ich habe Gott erlebt.“
  21. #21„Der Glaube verändert Menschen.“
  22. #22„Das Christentum bietet Antworten auf die großen Fragen. Der Atheismus bietet keine.“
  23. #23Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.“
  24. #24„Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn.“
  25. #25„Ohne Gott gibt es keine Hoffnung.“
  26. #26„Religion tut Menschen gut.“
  27. #27„Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“
  28. #28„Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“
  29. #29„Gott ist trotz des Leides in der Welt gut, denn er ist moralisch verpflichtet, uns den freien Willen zu gewähren.“
  30. #30„Menschen haben eine selbstlose Moral, die der allgütige Gott ihnen ins Herz geschrieben haben muss.“
  31. #31„Die Bibel enthält erfüllte Prophezeiungen.“
  32. #32„Die Bibel sagt, es habe über 500 Zeugen für die Auferstehung gegeben.“
  33. #34Metapher: „Man muss die Bibel an Stelle X bildlich interpretieren.“