Behauptung: „Gott ist trotz des Leides in der Welt gut, denn er ist moralisch verpflichtet, uns den freien Willen zu gewähren.“
Antwort: Dieses Argument nimmt an, dass es unmoralisch wäre, wenn Gott es einem Menschen verunmöglichen würde, seinen Willen uneingeschränkt in die Tat umzusetzen.
Hierbei wird zunächst ignoriert, dass jeder Mensch manche Dinge nicht tun kann, die er tun will, z.B. fliegen.
Dieser Gott hätte es uns also bereits verunmöglicht, unseren Willen uneingeschränkt in die Tat umzusetzen.
Zudem ist ein solcher freier Wille für alle gar nicht möglich. Weil sich die Wünsche verschiedener Menschen widersprechen können.
Über den freien Willen von Tätern
Wenn Gräueltaten passieren, gewährt dieser Gott nur den Tätern ihren Wunsch. Während er denjenigen der Opfer übergeht.
Der Vorbringende dieses Arguments verteidigt dies als moralisch richtig und will also keine generelle Entscheidungsfreiheit für alle, sondern nur uneingeschränkte Handlungsfreiheit für Übeltäter.
Nicht vergessen: Wir gehen dazwischen, wenn unsere Kinder einander in die Haare geraten. Und wir haben die Polizei und Sicherheitsdienste ins Leben gerufen, deren Aufgabe es unter anderem ist, unmoralische Taten zu verhindern.
Dies zeigt, dass wir der Meinung sind, dass es genau anders herum ist, als dieses Argument es behauptet: Jemanden daran zu hindern, eine unmoralische Tat zu begehen, ist nicht unmoralisch, sondern löblich.
Repost des Beitrags mit freundlicher Genehmigung des Autors.
Alle 33 Argumente der Reihe
- #1„Es wurde nie bewiesen, dass Gott nicht existiert.“
- #2„Nur weil etwas nicht nachweisbar ist, ist es nicht inexistent.“
- #3„Atheismus ist auch nur ein Glaube.“
- #4„Man muss nicht alles beweisen – man kann nicht einmal beweisen, dass die Realität existiert.“ (Solipsismus)
- #5„An Gott muss man halt glauben.“
- #6„Glaube ist etwas ganz Alltägliches. Man kann auch nur glauben, dass einen sein Partner liebt.“
- #7„Wenn man Gott ehrlich sucht, findet man ihn auch.“
- #8„Gott kann man nicht mit dem Verstand finden, nur mit dem Herzen“
- #9„Gott übersteigt den Verstand und unterliegt nicht der Logik. Man kann diese Dinge nicht auf ihn anwenden.“
- #10„Auch an Logik, Wissen und Vernunft kann man nur glauben.“
- #11„Wahrheit ist subjektiv. Für mich gibt es Gott.“
- #12„Die fundamentalen Konstanten des Universums sind perfekt abgestimmt; wären sie nur minimal anders, wäre kein Leben möglich gewesen. Folglich muss Gott diese Konstanten so eingestellt haben.“
- #13„Die Wissenschaft kann nicht erklären, wie es zum Urknall kam und wie das Leben entstand.“
- #14„Wissenschaft und Glaube sind vereinbar.“
- #15„Die Welt ist perfekt designt, das kann kein Zufall gewesen sein. Folglich muss Gott existieren.“
- #16„Evolution und Glaube sind vereinbar.“
- #17„Sehr schlaue Menschen haben an Gott geglaubt (Einstein, Heisenberg, Newton und Co.).“
- #18„Die Mehrheit der Menschen glaubt an Gott.“
- #19„Der Glaube an Götter und das Bedürfnis nach Gott sind im Menschen angelegt.
- #20„Ich habe Gott erlebt.“
- #21„Der Glaube verändert Menschen.“
- #22„Das Christentum bietet Antworten auf die großen Fragen. Der Atheismus bietet keine.“
- #23Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.“
- #24„Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn.“
- #25„Ohne Gott gibt es keine Hoffnung.“
- #26„Religion tut Menschen gut.“
- #27„Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“
- #28„Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“
- #29„Gott ist trotz des Leides in der Welt gut, denn er ist moralisch verpflichtet, uns den freien Willen zu gewähren.“
- #30„Menschen haben eine selbstlose Moral, die der allgütige Gott ihnen ins Herz geschrieben haben muss.“
- #31„Die Bibel enthält erfüllte Prophezeiungen.“
- #32„Die Bibel sagt, es habe über 500 Zeugen für die Auferstehung gegeben.“
- #34Metapher: „Man muss die Bibel an Stelle X bildlich interpretieren.“