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Wenigerglauben.deWarum Sie Ihre Glaubensüberzeugungen hinterfragen sollten.
Im Alltag denken wir kritisch, vergleichen, prüfen und fragen nach. Nur beim Glauben setzen viele Menschen dieses Denken aus. wenigerglauben.de stellt die Fragen, mit denen Sie Ihren Glauben so nüchtern betrachten können wie alles andere im Leben.
- 5 Gründe, warum Menschen glauben
- 15 Fragen zum Selberdenken
- 33 religiöse Argumente unter der Lupe
Warum glauben Menschen?
Fünf Gründe, die weniger mit dem Inhalt eines Glaubens zu tun haben als mit den Umständen, unter denen er entsteht.
Menschen glauben, weil es ihnen jemand beigebracht hat.
Die allermeisten religiös Gläubigen haben den gleichen Glauben wie die Menschen, von denen sie großgezogen wurden. Also traditionellerweise den Glauben der Eltern. Und die haben zumeist den gleichen Glauben wie ihre Eltern. Und so weiter.
Menschen glauben, weil sie Glauben als etwas Positives wahrnehmen.
Gemeinschaft, Gesänge, feierliche Zeremonien: Gläubige, die positive Erfahrungen im Zusammenhang mit Glauben gemacht haben, neigen oft dazu, diese Erfahrungen ursächlich ihrem Glauben zuzuschreiben.
Menschen glauben, weil sie Glauben für gesellschaftlich bedeutsam halten.
Sogar viele nicht religiös gläubige Menschen glauben auch heute noch an die Legende von der christlichen Moral.
Menschen glauben, weil ihnen die Gefahren des Glaubens nicht bewusst sind.
Auffallend viele Menschen – ob gläubig oder nicht – halten Religionen für im Grunde harmlos. Und wenn schon nicht für wirklich wirksam, dann doch zumindest nicht für schädlich.
Menschen glauben, weil Sie sich dadurch Vorteile für sich selbst erhoffen.
Religionen vermitteln ihren Anhängern das Gefühl, wegen ihres Glaubens bessere Menschen zu sein. Für den „richtigen“ Glauben an den „richtigen“ Gott versprechen sie eine Belohnung, während allen anderen ewige Höllenqualen angedroht werden.
Warum weniger glauben?
Wer zu Fuß eine viel befahrene Schnellstraße überquert, schaut vorher nach links und rechts. Und wer einen Handyvertrag abschließt oder eine Reise bucht, vergleicht vorher die Preise und Leistungen.
Warum verzichten manche Menschen in bestimmten Bereichen auf dieses bewährte, kritische Denken? Und zwar ausgerechnet dann, wenn es um nichts geringeres als um ihre Weltanschauung geht?
Glauben im religiösen Sinn bedeutet, Behauptungen sogar gegen besseres (Nicht-)Wissen für wahr zu halten, ohne einen seriösen Beweis dafür zu verlangen. Und ohne zu hinterfragen, wie plausibel die Glaubensinhalte eigentlich wirklich sind.
Ein solcher Denkverzicht mag Menschen vielleicht die Last des Selberdenkens abnehmen. Doch mehr als eine bestenfalls hoffnungsvolle Illusion kann dieser Glaube nicht bieten.
Verlässliche Erkenntnisse lassen sich mit bewährten Mitteln wie zum Beispiel Beobachtung, Wissen, Vernunft und Logik gewinnen.
» Wer das Atom spalten kann und über Satelliten kommuniziert, muss die hierfür erforderliche intellektuelle und emotionale Reife besitzen. Diese zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass man in der Lage ist, falsche Ideen sterben zu lassen, bevor Menschen für falsche Ideen sterben müssen. «
(Manifest des evolutionären Humanismus)
Fragen
Fünfzehn Fragen, die sich jeder Gläubige für sich selbst beantworten kann. Sie brauchen dafür weder Vorwissen noch Zustimmung – nur Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.
Welche Behauptungen halte ich für wahr, ohne seriöse Beweise dafür zu verlangen?
Glaube ich den Versprechen z. B. der Werbung oder von Politikern? Oder hinterfrage ich diese Versprechen? Wenn ja, warum?
Für wie wahr halte ich das, was ich glaube?
Auf einer Skala von 1 (völlig ausgeschlossen) bis 10 (absolut sicher): Wie sicher bist du dir, dass das, was du glaubst, tatsächlich stimmt?
Wirkt sich mein Glaube auf mein reales Leben aus?
Und wenn ja: Wie?
Was sagt es über die Glaubwürdigkeit einer Ideologie aus, wenn sie verlangt, unbeweisbare Behauptungen glauben zu müssen?
Wie glaubwürdig kann eine Behauptung sein, für deren Richtigkeit keine stichhaltigen Beweise geliefert werden können?
Woran könnten Menschen mit anderen Glaubensüberzeugungen erkennen, dass sie falsch liegen?
Menschen glauben ganz unterschiedliche Dinge. Woran könnte zum Beispiel ein Pastafari erkennen, dass ihn nach seinem Tod keine Stripperfabrik mit Biervulkan erwartet?
Woran kann ich erkennen, dass das, was ich glaube, tatsächlich so ist, wie ich es glaube, dass es ist?
Ist die von mir geglaubte Ursache für etwas tatsächlich die wahrscheinlichste Erklärung? Oder sind vielleicht andere Erklärungen doch plausibler?
Woran würde ich wahrscheinlich glauben, wenn ich woanders geboren wäre?
Würde ich auch dann an den von mir geglaubten Gott glauben, wenn ich zum Beispiel in Neu-Delhi, in Dubai oder in Nepal geboren worden wäre?
Könnte irgendetwas dazu führen, dass ich meine Glaubensgewissheiten ändere?
Zum Beispiel neue Erkenntnisse oder Erfahrungen?
Gibt es Glaubensgewissheiten, die ich schon aufgegeben habe?
Erwachsene glauben nur noch selten an den Weihnachtsmann, den Osterhasen oder an die Zahnfee. Was bringt Menschen dazu, diesen Glauben irgendwann aufzugeben?
Woran kann ich meine Glaubensinhalte von Einbildungen unterscheiden?
Würde sich faktisch etwas ändern, wenn ich das, was ich glaube, nicht mehr glauben würde?
Wie gut kenne ich die Glaubenslehre überhaupt, an die ich glaube?
Vielen Gläubigen sind gerade die unmenschlichen Aspekte ihrer Glaubenslehre oft nicht bewusst. Glaube ich tatsächlich das, was im Glaubensbekenntnis meiner Religion von mir verlangt wird zu glauben?
Halte ich die Grundlagen meines Glaubens für eine brauchbare Moralquelle?
Oder ist mir bewusst, dass Lehren aus „Heiligen Schriften“ wie etwa der biblischen Textsammlung als Grundlage für moderne ethische Standards unbrauchbar sind?
Kenne ich eine Frage, die Religionen richtiger beantworten kann als Wissenschaft?
Alle religiösen Aussagen z. B. über die Entstehung des Universums und des Lebens haben sich inzwischen als falsch oder zumindest unplausibel erwiesen.
Kenne ich die Werte, auf denen offene und freie Gesellschaften basieren?
Nein? Es sind: Humanistisches Denken, Rationalität, Säkularität, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte.
Weiß ich über die finanzielle Situation meiner Kirche Bescheid?
Ist mir bewusst, dass die christliche Kirche in Deutschland ein Milliardenkonzern ist, der für wohltätige Zwecke nur einen verschwindend geringen Anteil aus eigenem Vermögen aufwendet?
Religiöse Argumente unter der Lupe
33 Behauptungen, mit denen Gläubige ihren Glauben verteidigen – und was aus rationaler Sicht dazu zu sagen ist. Die Antworten sind größtenteils Wiederveröffentlichungen mit freundlicher Genehmigung des Autors, ergänzt um eigene Anmerkungen.
- #1„Es wurde nie bewiesen, dass Gott nicht existiert.“
- #2„Nur weil etwas nicht nachweisbar ist, ist es nicht inexistent.“
- #3„Atheismus ist auch nur ein Glaube.“
- #4„Man muss nicht alles beweisen – man kann nicht einmal beweisen, dass die Realität existiert.“ (Solipsismus)
- #5„An Gott muss man halt glauben.“
- #6„Glaube ist etwas ganz Alltägliches. Man kann auch nur glauben, dass einen sein Partner liebt.“
- #7„Wenn man Gott ehrlich sucht, findet man ihn auch.“
- #8„Gott kann man nicht mit dem Verstand finden, nur mit dem Herzen“
- #9„Gott übersteigt den Verstand und unterliegt nicht der Logik. Man kann diese Dinge nicht auf ihn anwenden.“
- #10„Auch an Logik, Wissen und Vernunft kann man nur glauben.“
- #11„Wahrheit ist subjektiv. Für mich gibt es Gott.“
- #12„Die fundamentalen Konstanten des Universums sind perfekt abgestimmt; wären sie nur minimal anders, wäre kein Leben möglich gewesen. Folglich muss Gott diese Konstanten so eingestellt haben.“
- #13„Die Wissenschaft kann nicht erklären, wie es zum Urknall kam und wie das Leben entstand.“
- #14„Wissenschaft und Glaube sind vereinbar.“
- #15„Die Welt ist perfekt designt, das kann kein Zufall gewesen sein. Folglich muss Gott existieren.“
- #16„Evolution und Glaube sind vereinbar.“
- #17„Sehr schlaue Menschen haben an Gott geglaubt (Einstein, Heisenberg, Newton und Co.).“
- #18„Die Mehrheit der Menschen glaubt an Gott.“
- #19„Der Glaube an Götter und das Bedürfnis nach Gott sind im Menschen angelegt.
- #20„Ich habe Gott erlebt.“
- #21„Der Glaube verändert Menschen.“
- #22„Das Christentum bietet Antworten auf die großen Fragen. Der Atheismus bietet keine.“
- #23Pascals Wette: „Es ist besser, zur Sicherheit an Gott zu glauben.“
- #24„Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn.“
- #25„Ohne Gott gibt es keine Hoffnung.“
- #26„Religion tut Menschen gut.“
- #27„Über einen Gott können wir beschränkten Menschen nicht urteilen, also ist es Unfug, ihn ethisch zu kritisieren.“
- #28„Gott ist trotz Leid in der Welt gut, denn wir Menschen allein tragen die Verantwortung dafür.“
- #29„Gott ist trotz des Leides in der Welt gut, denn er ist moralisch verpflichtet, uns den freien Willen zu gewähren.“
- #30„Menschen haben eine selbstlose Moral, die der allgütige Gott ihnen ins Herz geschrieben haben muss.“
- #31„Die Bibel enthält erfüllte Prophezeiungen.“
- #32„Die Bibel sagt, es habe über 500 Zeugen für die Auferstehung gegeben.“
- #34Metapher: „Man muss die Bibel an Stelle X bildlich interpretieren.“
Häufige Fragen zu wenigerglauben.de
Was ist wenigerglauben.de?
wenigerglauben.de ist eine Aufklärungsinitiative. Sie möchte Gläubige dazu anregen, ihre Glaubensüberzeugungen (selbst-)kritisch zu hinterfragen. Es geht nicht darum, jemandem seinen Glauben auszureden, sondern darum, mit gezielten Fragen einen Denkprozess anzuregen. Mehr dazu auf der Seite Über wenigerglauben.de.
Wer steht hinter wenigerglauben.de?
wenigerglauben.de ist ein nichtkommerzielles, privates Projekt von AWQ.DE – Answers without Questions, einem säkularen Online-Projekt, das sich mit Kirchen-, Glaubens- und Religionskritik, Aufklärung, Säkularismus und Humanismus befasst. Hier gibt es nichts zu kaufen, sondern nur etwas zum Nachdenken.
Wo sind die beiden Göttertests geblieben?
Die Selbsttests „An welchen Gott glauben Sie nicht?“ und „Warum glauben Sie an Ihren Gott?“ haben eine eigene Adresse bekommen: godbye.de. Dort können Sie beide Tests kostenlos und anonym machen.
Woher stammen die Texte der Reihe „Religiöse Argumente unter der Lupe“?
Die Antworten auf die Argumente wurden 2018 mit freundlicher Genehmigung des Autors des Blogs bibelkritik.blogspot.com wiederveröffentlicht und um eigene Ergänzungen erweitert. Die Quelle ist bei jedem Argument genannt.
Kann ich Fragen stellen oder Kritik äußern?
Gern. Oft ergeben sich beim Nachdenken weitere Fragen, auf die wir aus rationaler, humanistischer Sicht antworten. Schreiben Sie an fragen@wenigerglauben.de. Über Rückmeldungen und konstruktive Kritik freuen wir uns.
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