Gläubige, die positive Erfahrungen im Zusammenhang mit Glauben gemacht haben, neigen oft dazu, diese Erfahrungen ursächlich ihrem Glauben zuzuschreiben.

Glaube kann Menschen zwar nichts Reales bieten. Sehr wohl aber Vorstellungen und Illusionen, die den Gläubigen positiv erscheinen.

Wer zum Beispiel glaubt, dass ein Gott alles erschaffen hat, kann sich als etwas Besonderes fühlen. Weil er ja meint, seine Existenz einer höheren Macht zu verdanken.

Christen können sich beispielsweise auf eine Belohnung durch ein „ewiges Leben“ nach ihrem Tod freuen. Wenn sie sich an die Gebote Gottes halten. Ansonsten droht ihnen ebenso ewige Bestrafung durch Höllenqualen.

Viele Gläubige neigen dazu, positive Erlebnisse und Erfahrungen ihrem Glauben zuzuschreiben. Das können zum Beispiel Gruppenerlebnisse, feierliche Empfindungen oder sonstige Wahrnehmungen sein, hinter denen sie Gott als Ursache vermuten.

Dabei ignorieren sie, dass auch Menschen ohne Glaube an ihren, einen anderen oder gar keinen Gott zu solchen Empfindungen und Wahrnehmungen fähig sind. Und sie ignorieren, dass es nicht nur positive, sondern auch sehr negative Dinge gibt, mit denen Menschen zurecht kommen müssen.

Positives werten Gläubige als Bestätigung ihres Glaubens. Negatives ignorieren sie meistens einfach. Oder schreiben es der göttlichen Unergründlichkeit oder einem menschlichen „freien Willen“ zu.

Wer seinen Glauben als etwas Positives wahrnimmt, sollte sich diese Fragen stellen:

  1. Was genau ist es, was ich an meinem Glauben als positiv empfinde?
  2. Kann ich ausschließen, dass ich diese Dinge auch ohne meinen Glauben empfinden könnte?
  3. Wie kann ich sicherstellen, dass diese positiven Erlebnisse tatsächlich ursächlich auf meinen Glauben zurückzuführen sind?
  4. Kann ich ausschließen, dass meine Glaubensgemeinschaft ganz natürliche Dinge so definiert, dass sie ein bestimmtes Bild ergeben (z. B.: „Gott ist Liebe“)?