Etwas im religiösen Sinne zu glauben bedeutet, eine unbewiesene Behauptung für wahr zu halten. Und zwar unabhängig von der Wahrscheinlichkeit, mit der diese Behauptung vermutlich wahr ist.

Glauben kann man alles Beliebige – und auch das genaue Gegenteil. Auf Wunsch sogar gleichzeitig. Glaubensinhalte können beliebig gewählt werden, weil sie von Gläubigen ohne Beweis als wahr anerkannt werden.

Im alltäglichen Leben helfen Verfahren wie Beobachtung, Erfahrung, Wissen, Nachdenken oder auch Nachahmung, die Plausibilität von Dingen recht zuverlässig einschätzen zu können.

Wenn jemand behauptet, in seinem rechten Schuh wohne ein kleiner, feuerspeiender lila Drache der sprechen kann, dann dürfte sich kaum jemand finden, der das glaubt.

Gleiches gilt für den Osterhasen, den Weihnachtsmann oder die Zahnfee.Und eben auch für die vielen tausend Götter, die sich die Menschen schon ausgedacht haben, wie zum Beispiel Zeus, Baal, Anubis, Hermes, Neptun, Poseidon…

Wer im religiösen Sinn gläubig ist, hält trotzdem (meist nur) einen dieser vielen Götter für wahr und tatsächlich existierend. Bei Anhängern der drei Buchreligionen ist das der Wüstengott Jahwe, den sich Menschen in der Bronzezeit ausgedacht hatten.

Religionen verlangen von ihren Anhängern, dass diese unbewiesene (und wohl auch weiterhin unbeweisbare) Behauptungen gegen besseres Wissen (oder auch Nichtwissen) sowie gegen Vernunft und Logik als unbedingte und unabänderliche Wahrheiten akzeptieren.