Über viele Jahrhunderte gaben Religionen die Regeln für das Zusammenleben der Menschen vor. In manchen Ländern ist das bis heute der Fall.

Beim Christentum dienen die biblischen Geschichten als Grundlage für diese Regeln. Diese Regeln stammen zum Teil aus der Bronzezeit und aus dem Vormittelalter. Also aus einer Zeit, in der sich die Gesellschaft am Anfang ihrer sozialen und kulturellen Entwicklung befand.

Verglichen mit heute war das Wissen der Menschheit lächerlich gering. Unerklärliches galt als Wunder und als Zeichen Gottes (Donner, Heilungen…).

In der Bibel finden sich viele Anordnungen, wie sich Menschen verhalten sollten. Diese Vorschriften haben alle den Zweck, Menschen zu einem bestimmten, gottgefälligen Verhalten zu bringen.

Auch Jesus wollte keine neue Religion gründen, sondern seine Glaubensbrüder und -schwestern auf die kurz bevorstehende Ankunft seines Gottes vorbereiten. Eine Ankunft, auf die Christen seit knapp 2000 Jahren warten.

In unserer heutigen Gesellschaftsordnung steht der Mensch an oberster Stelle. Genauer, die Freiheit und Würde des Menschen. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der biblischen Moral, in der ja Gott an oberster Stelle steht.

In Deutschland sind Kirche und Staat seit der so genannten Säkularisierung eigentlich getrennt. Trotzdem versuchen die Kirchen auch heute noch, umfangreichen Einfluss auf das Leben der gesamten Bevölkerung zu nehmen.

Dies wird vom Staat in Milliardenhöhe unterstützt und durch viele Sonderregelungen möglich gemacht und erleichtert, wie zum Beispiel:

  • Erhebung der Kirchensteuer durch den Staat
  • zusätzlich zur Kirchensteuer: Unterstützung durch Subventionen und Steuerersparnisse in Milliardenhöhe
  • Religionsunterricht
  • eigene kirchliche Gerichte, parallel zu den bestehenden Gerichten
  • eigenes Arbeitsrecht, parallel zum bestehenden Arbeitsrecht
  • Erlaubnis, Gesetze und Menschenrechte zu missachten, z. B. Gleichberechtigung von Mann und Frau, Religionsfreiheit von Kindern…
  • u. v .m.

Eine moderne Ethik, die das Zusammenleben der Menschen im 21. Jahrhundert regelt, kann nicht auf einer Moral aus der Bronzezeit aufbauen. Sie muss vielmehr für alle Menschen verbindlich sein können. Unabhängig von deren Geschlecht, Alter, Weltanschauung, Wohnort, Gruppenzugehörigkeit oder Religion.

Viele Gläubige sind nach wie vor der Meinung, ohne religiöse Regelung würde das Chaos ausbrechen.

Bis auf wenige Ausnahmen ist das Gegenteil ist der Fall: Länder mit dem geringsten religiösen Einfluss haben den größten Wohlstand und bieten die höchste Lebensqualität und Freiheit (z. B. die skandinavischen Länder).

Länder, in denen Religionen noch stärkeren Einfluss haben oder gar als Staatsreligionen gelten, haben den niedrigsten Wohlstand und bieten ihren Einwohnern am wenigsten Freiheit.